Am Anfang des Rückblicks auf das Jahr 2025 steht mit dem 24. November ein bedeutendes Datum für den Liechtensteiner Fussballverband. An diesem Tag konnte der LFV seine neue Heimat auf der Rheinwiese in Schaan beziehen und den Campus nach zweieinhalb Jahren Bauzeit offiziell in Betrieb nehmen. Präsident, Generalsekretär und Sportdirektor betraten zusammen mit den Mitarbeitenden die fertiggestellten Räumlichkeiten und leiteten damit eine neue Ära in der Verbandsgeschichte ein. Erstmals vereint der LFV alle seine Bereiche zentral an einem Ort, bündelt damit Know-how, schafft effiziente Strukturen und bietet Perspektiven für die Zukunft. Ein grosser Tag für alle, die im Verband tätig sind.
Obwohl gerade die letzten Monate vor dem Umzug in den Campus sehr intensive Vorbereitungen mit sich brachten, nahm das LFV-Jahr unbeeindruckt davon seinen Gang. Unsere Nationalteams der Frauen und Männer von der U15 bis zu den A-Teams absolvierten nicht weniger als 47 Länderspiele, die es von der Administration zu organisieren, von den Techniker:innen sportlich vorzubereiten und von der Kommunikationsabteilung medial zu betreuen galt. Ein wahres Mammut-Programm, das die Mitarbeitenden wiederum mit Bravour bewältigt haben.
In sportlicher Hinsicht ist die erstmalige und sehr erfreuliche Teilnahme unseres Frauen Nationalteams an einem europäischen Wettbewerb, der UEFA Women's Nations League, herauszuheben. Sie gipfelte, nachdem sich das Team von Spiel zu Spiel kontinuierlich steigern konnte, im ersten Punktgewinn, der vor begeistertem Heimpublikum gegen Armenien im Sportpark Eschen-Mauren realisiert werden konnte.
Den Frauenfussball weiter zu fördern, versuchte der LFV unter anderem mit einer Wahrnehmungskampagne, in deren Rahmen auch LIEmobil-Busse mit dem Konterfei von Nationalspielerinnen durch das Land fuhren und für Aufmerksamkeit sorgten. Als Folge dieser Kampagne und der Europameisterschaft in der Schweiz, verzeichneten die Vereine einigen Zuwachs in den Mädchenteams. Und dennoch bedarf es auch zukünftig gezielter Anstrengungen, um die Breite im Frauenfussball zu stärken.
Auf grosses Echo stiessen im vergangenen Jahr die Heimländerspiele der Nationalmannschaft. Gegen Schottland, Belgien und Nordmazedonien fanden jeweils sehr viele Zuschauerinnen und Zuschauer den Weg ins Rheinpark Stadion, das Spiel gegen Wales war sogar ausverkauft. Leider reichte es zu keinem Punktgewinn im Jahr 2025, das Team zeigte jedoch teils beachtliche Leistungen, so etwa beim knappen 0:1 gegen Wales oder beim 1:2 gegen Montenegro, wo sehr wenig für etwas Zählbares fehlte. Erfreulich bei den Männern war schliesslich die Reaktivierung der U21-Nationalmannschaft, die zuhause gegen Gibraltar nach drei Jahren ohne Spiel mit 3:1 gewinnen und damit für ein sportliches Highlight sorgen konnte. Es stimmt zuversichtlich, dass junge Talente nachrücken und sich absehbar zu den arrivierten Kräften gesellen. Zu diesen zählt seit mehr als 15 Jahren Nicolas Hasler, der 2025 sein 100. Länderspiel für Liechtenstein bestreiten konnte. Dazu auch an dieser Stelle nochmals herzliche Gratulation.
Abschied nehmen musste der LFV im vergangenen Jahr von Herbert Moser. Der ehemalige LFV-Präsident verstarb im Alter von 92 Jahren. Er war beim Liechtensteiner Fussballverband während mehr als zehn Jahren verdienstvoll in verschiedenen Ämtern tätig, darunter von 1973 bis 1979 als Präsident. Besonders in Erinnerung bleiben von seiner Präsidentschaft die historisch bedeutsamen Aufnahmen des LFV in die FIFA und UEFA im Jahr 1974 sowie das Austragen erster internationaler Spiele ab 1975. Der LFV wird Herbet Moser ein ehrendes Andenken bewahren.
Ich bedanke mit bei allen Mitarbeitenden des Verbands und bei allen, die rund um unsere Teams im Einsatz sind, für ihren wertvollen Beitrag. Freuen wir uns darauf, ausgehend von unserer neuen Heimat im LFV-Campus den Fussball für unser Land weiter zu fördern und zu entwickeln.
Hugo Quaderer
Präsident